Wishbone – Das Tinder für Marken?

Wishbone-10

Wie kann die Zielgruppe von 14-19 erreicht werden? Gibt es eine Alternative zu Snapchat, Instagram und WhatsApp? Hier kommt Wishbone.

Was ist Wishbone?

Wishbone ist eine App mit “Hot or Not”- Konzept. Sie verbindet Quiz-Fragen mit Elementen eines sozialen Netzwerks. Wishbone testet aber nicht das Allgemeinwissen, sondern persönliche Vorlieben. Kino oder Fernsehen? High-Heels oder Flip-Flops? Apple oder Android? Die Fragen werden von den Nutzern selbst erstellt. Die Bilder stammen aus der Google-Bildersuche. Der Nutzer erhält viermal täglich Karten, die jeweils zwei Dinge miteinander vergleichen. Er wählt nun aus was ihm persönlich mehr zusagt und erhält anschließend eine simple Statistik, wie die Mehrheit sich entschieden hat.

Warum ist Wishbone wichtig?

Wishbone stammt vom ehemaligen MySpace-Chef Michael Jones und wurde in seinem Start-Up Inkubator Science entwickelt. Jones geht davon aus, dass sich Jugendliche nur mit sehr wenigen Apps intensiv befassen, diese aber dafür ständig auf neue Inhalte checken. Daher bietet Wishbone ein simples Spiel, für das Nutzer auf einfachste Weise ständig neue Inhalte generieren. Ein sehr erfolgreicher Ansatz, wie die Zahlen zeigen.
Über 200.000 Spielkarten werden täglich von den Nutzern erstellt und mehr als 40 Millionen Votes abgegeben. Weniger als ein Jahr nach dem Start hat die App (Stand 01.12.2015) über 10 Millionen Nutzer. Millionen von Ihnen sind täglich aktiv.

Die Nutzerschaft besteht in erster Linie aus weiblichen Teenagern und ist momentan auf die USA konzentriert. In Großbritannien gibt es zehntausende Nutzer. In Deutschland bislang ein paar tausend. Tendenz steigend.

Die jungen, weiblichen Nutzer bei Wishbone erstellen vor allem Karten zu den Themen Food, Fashion und Beauty.

Für männliche Nutzer gibt es Slingshot. In der Schwester-App von Wishbone dominieren die Themen Sport und Gaming. Der Ableger ist im Herbst 2015 erschienen und verzeichnet über 100.000 Nutzer.

Screenshot_2015-12-09-16-19-08

Potenzial für Marken

Das innovative an Wishbone ist die Verbindung der “Hot or Not”- Spieldynamik mit Produkten. Viele der Fragen stellen die Nutzer vor die Wahl zwischen zwei Produkten oder Marken. Unternehmen können also ablesen, wie beliebt ihre Marken oder einzelne Produkte in dieser Zielgruppe sind. Dazu arbeitet der Entwickler aktuell an einem umfangreichen Analytics-System.

Da die Bilder aus Google-Suche stammen, sollten Unternehmen ihre Google Bilder-SEO verbessern, wenn ihre Produkte bei Wishbone landen sollen.

Da bei Wishbone, im Gegensatz zu Tinder, kein “Matching” stattfindet, gibt es keine Möglichkeit weitere Informationen zu den Produkten zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt die niedrige Verweildauer der Nutzer auf den einzelnen Karten. Auch können Unternehmen momentan keine eigenen Karten direkt im Spiel platzieren. Erst dann würde die App ihr Potenzial ausnutzen, denn so wären die Produkte in die Spieldynamik integriert. Wann dies möglich wird ist noch unklar. Stattdessen setzt die App aktuell auf klassische Videos-Ads die automatisch abgespielt werden.

Wishbone könnte aber bereits jetzt als Blaupause für eine eigene Marken-App dienen, denn “Hot or Not”- Spieldynamiken funktionieren bei der Zielgruppe. Das beweist die Popularität der App. Eine Möglichkeit ist ein Quiz in dem Produkte gegeneinander antreten und der Nutzer mit dem Produkt seiner Wahl “gematched” wird. Daraufhin erhält er dann zusätzliche Informationen oder Angebote.

tl;dr

Wishbone ist eine Social Quiz App mit “Hot or Not”- Konzept. Sie hat über 10 Millionen Nutzern im Teenager-Alter, momentan hauptsächlich in den USA. Wishbone kann Unternehmen aus dem Bereich Fashion, Beauty und Food helfen ihre Zielgruppe zu verstehen und als Blaupause für eine eigene App mit Spieldynamik dienen.

Hinterlasse eine Antwort