Vier gewinnt: Das sind die typischen Influencer

    Ein Mädel, das Schminktipps gibt, drei Jungs, die lustige Videos drehen und ein Mittvierziger, der über Technik bloggt – und alle sollen Influencer sein? Allein diese Reihe zeigt, wie verschieden die Influencer im Social Web sind und wie unterschiedlich die Art und Weise ihrer Beeinflussung sein kann.

    Wie viele verschiedene Arten von Influencern es gibt, darüber sind Social-Media-Experten nicht immer einer Meinung. Manche sprechen von zehn verschiedenen Typen, andere fassen die Influencer in nur drei Kategorien zusammen. Wir bei MAVENS gehen von vier Arten der Influencer aus.

    Der Netzwerker

    Social-Media-Experten aus dem angelsächsischen Sprachraum nennen Netzwerker gern „Social Butterflies„. Sie flattern von einer Blume zur nächsten und sammeln überall ein bisschen Nektar auf. Vom Garten auf das Social Web übertragen: Netzwerker sind wahnsinnig umtriebig und beinahe süchtig nach Informationen, Neuigkeiten und Trends. Sie kennen immer irgendwen und irgendwer kennt sie. Sie bringen vollkommen verschiedene Menschen zusammen. Wer es als Unternehmen auf das Radar des Netzwerkers schafft, kann von dessen riesiger Reichweite profitieren. Zudem wird das, was der Netzwerker von sich gibt, als relevant angesehen und stößt auf eine hohe Resonanz.

    Unser Netzwerker sieht so aus:

    2Name: Konrad, Alter: 34. Wenn irgendwo ein neues Smartphone präsentiert wird, ist er dabei. Er schreibt für Zeitungen, hat einen eigenen Blog und gibt auf Facebook auch mal Kommentare zur Weltpolitik ab. Infos bekommt er aus erster Hand oder aus „anonymen, vertraulichen Quellen“. Sein letzter Post: „100 % d’accord mit dem, was der Kollege in diesem Video sagt. Da sollten sich die ‚wichtigen’ Herren mal Gedanken machen.“

    Der Experte

    Die Tweets des Experten werden zigfach retweetet, in seinem Blog wachsen die Kommentarspalten ins Unendliche. Wozu er sich äußert, das wird beachtet und selbst in traditionellen Medien zitiert. Das macht ihn für Unternehmen so wertvoll. Wer von ihm genannt wird, der kann sicher sein, künftig mehr beachtet zu werden. Zu Fachtagungen werden Experten gern auch mal als Redner eingeladen. Seine Relevanz ist ähnlich hoch, wenn nicht gar höher als die des Netzwerkers. Dafür ist seine Reichweite nicht ganz so beachtlich.

    So stellen wir uns einen Experten vor:

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    Name: Sebastian, Alter: 36. Digital Native mit eigenem Blog. Er befasst sich mit allem, was mit Technik zu tun hat und wird von Unternehmen auch auf Presse-Events eingeladen. Sein neuester Beitrag: „Gerade Post von Huawai bekommen. Nach dem Paket-Gewicht zu urteilen, liegt da nicht nur ein 5-Zoll-Smartphone drin… Mehr dazu gibt’s in meinem Unboxing-Video heute Nachmittag.“

    Der Enthusiast

    Der Enthusiast war schon bei Twitter, als alle anderen sich gerade mit Facebook vertraut gemacht haben. Er kennt sich aus, probiert aus und ist meistens einen Schritt voraus. Als „early adopter“ hat er von Grund auf schon den Ruf, sich gut in einem bestimmten Bereich auszukennen – deshalb ist seine Expertise gefragt und wird gehört. Gern teilt er sein vermeintliches Herrschaftswissen auch in Foren mit. Ihm macht es besonderen Spaß, Neuigkeiten als Erster zu verkünden. Im Gegensatz zu den beiden vorher genannten, erreicht er deutlich weniger Menschen. Doch für seine spezielle Zielgruppe haben seine Beiträge eine große Relevanz.

    Der Prototyp des Enthusiasten:

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    Name: 19’Alu84, Alter: 29. Er gehört zum Inventar in einem Autoforum und hat seit seiner Anmeldung 2009 schon 12378 Beiträge verfasst. Er hält nicht mit seiner Meinung hinterm Berg, gibt aber auch wichtige und richtige Tipps für die anderen User. Sein letzter Eintrag: „Du hast nicht wirklich deine Endstufe auf die Hutablage geschraubt???“

    Der Kunde

    Scheinbar steht der Kunde am Ende der Influencer-Kette. Schließlich geht es bei den Influencer Relations ja eigentlich darum, genau ihm etwas zu verkaufen. Doch der Kunde ist auch selbst Influencer. Ist er mit einem Kauf besonders zufrieden oder hat er eine Neuigkeit, die sonst keiner kennt, wird er das in seinem – zugegebenermaßen überschaubaren – Umfeld weitergeben. Seine Reichweite ist nicht besonders hoch, doch für einige wenige sind seine Äußerungen relevant. Außerdem gilt er als treu. Hat man ihn einmal zufrieden gestellt, wird beim nächsten Mal wiederkommen.

    Eine typische Kundin:

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    Name: Katja, Alter: 23 Jahre. Sie hat 563 Freunde bei Facebook und ist immer auf der Suche nach Markenklamotten, die sie zum günstigen Preis schießen kann. Ihre Treffer teilt sie dann auf Facebook. Ihr letzter Post: „Meine neue Apart Jeans macht einen richtigen Knack-Popo. Oder was meint Ihr? #hotchick“ – natürlich mit dazugehörigem Belfie.

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