Warum Monitoring nicht gleich Monitoring ist

    Monitoring, Key Performance Indicators (KPIs) und Erfolgsmessung sind ein wichtiger Teil der Arbeit unseres Social Media Teams. Der Markt für Social Media Monitoring Tools ist ständig im Bewegung, momentan sind ca. 300 Tools auf dem Markt. Mit Buzzrank, BIG, Social Bakers, Social Bench und Talkwalker haben wir uns fünf davon näher angesehen. Im Folgenden sollen sowohl die eigenen Motivation für Monitoring wie auch die Bewertungsmöglichkeiten von Tools kurz erläutert und dann umgesetzt werden.

    Die Vielzahl an Monitoring Tools zeigt, dass es sehr unterschiedliche Meinungen gibt, was ein Monitoring Tool leisten muss. Grundsätzlich suchen alle Tools nach Begriffen und Themen im Internet bzw. in den verschiedenen Social Media Kanälen. Sowohl Firmen wie auch Agenturen setzen Monitoring Tools ein, um die Reichweite von Aktionen, die Interaktion von Fans, die Bekanntheit einer Marke und weitere KPIs zu messen. Zusätzlich ermöglichen Monitoring Tools auch eine genaue Beobachtung und Analyse der Social Media Aktivitäten der Konkurrenz.

    Einsatzmöglichkeiten und Unterschiede

    Wir haben die Monitoring Tools nach ihren Einsatzmöglichkeiten sortiert:

    • Monitoring/Tracking: Social Media Aktivitäten und Erwähnungen einer Marke auffinden und Diskussionen feststellen
    • Content Management & Support/Workflow: Social Media Management von mehreren Kanälen bündeln und die Arbeit daran zentralisieren
    • Statistik & Reporting: Social Media Aktivitäten auswerten, analysieren und zusammenfassen

    Viele Monitoring Tools bieten alle diese Möglichkeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Zusätzlich haben einige Alleinstellungsmerkmale wie Presseclippings, Viralitäts-Analysen oder eigene Metriken. Sortiert man Monitoring Tools nach diesen Features, bekommt man einen guten Überblick.

    Besonders wichtig ist es, sich zu verdeutlichen, was die eigenen Ziele beim Monitoring sind. Folgende Fragen helfen hier: Sollen Diskussionen und Erwähnungen (möglichst in Echtzeit) beobachtet und erhoben werden? Sollen die Social Media Kanäle zentral verwaltet und aus dem Tool heraus Beiträge abgesetzt, beantwortet und im Team zugeteilt werden? Oder geht es hauptsächlich darum, die Aktivitäten statistisch auszuwerten und Reporting und Analyse zu betreiben? Letztendlich spielen neben den technischen Funktionen Usability, Anwendung und Support sowie die persönliche Meinung eine große Rolle.

    Unsere Bewertungskriterien

    • Suchergebnisse: Betrifft nicht den Inhalt. Goldbach Interactive hat bei einem sehr umfassenden Test festgestellt, dass alle Tools unterschiedliche Suchergebnisse haben. Wichtig sind im Bereich der Ergebnisse also vor allem die erfassten Kanäle und die Möglichkeiten, die Suchergebnisse auszuwerten und nach Keywords, Tags, Sentiments oder selbstdefinierten Filtern zu sortieren.
    • Echtzeit, Tracking und Alerts: Wenn eine schnelle Reaktion wichtig ist, haben die Aktualität der Daten im Tool und die Möglichkeit, kritische Diskussionen zu verfolgen und Benachrichtigungen festzulegen hohe Priorität.
    • Trends und Meinungsmacher: Wie gut können wichtige Themen oder relevante Quellen identifiziert werden und welche Möglichkeiten gibt es, Meinungsmacher zu den beobachteten Themen zu finden?
    • Bedienung: Die Anzahl der Zugänge, die Möglichkeit die Benutzeroberfläche an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und der (wie erwähnt subjektive) Bedienkomfort haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Arbeit mit dem Tool.
    • Reporting und Datenexport: Qualität und Optionen des Datenexports und die damit verbundene Arbeitserleichterung beim Reporting sind, wenn dieses im Vordergrund steht, auch sehr wichtig.
    • Sonderfeatures: Alleinstellungsmerkmale oder Dienste, die ergänzend benötigt werden, können auch den Ausschlag für oder gegen ein Tool geben
    • Kosten: Ein wichtiger Faktor, da die Unterschiede von kostenlos über wenige hundert bis einige tausend Euro pro Monat reichen.

    Auf Basis dessen haben wir uns die fünf Tools inklusive Testzugang genauer angesehen. Unsere Bedingung war, dass wir mehrere eigene Kanäle und mindestens 10 Konkurrenz-Kanäle vor allem statistisch auswerten können.

    Unsere fünf Tools im Überblick

    Buzzrank

    (Abgedeckte Kanäle: Facebook, Twitter, Google+, YouTube, Blogs, Foren)

    Buzzrank

    Suchergebnisse: Sortiert nach Kanal, Datum Sprache und Sentiment. Filter nach Suchwort oder Relevanz.
    Tracking/Alerts: Keine Möglichkeiten.
    Trends/Meinungsmacher: Klout-Anbindung, Tag-Cloud und aktivste Nutzer pro Kanal.
    Bedienung: Zugänge mit verwaltbaren Zugriffsrechten, nicht anpassbar, einfache und systematische Bedienung.
    Reporting: Kein Reporting, Datenexport der einzelnen Kanäle als Excel-Datei.
    Sonderfeatures: Potentielle Reichweite z.B über Follower-Zahlen der Kontakte bei Twitter.
    Kosten: $$$
    Ergebnis: Buzzrank bietet eine gute statistische Auswertung, kann aber bei den Features nicht mit den Konkurrenten mithalten.

     

    BIG Screen

    (Abgedeckte Kanäle: Facebook, Twitter, “Netz-Fundstellen”)

    BIG Screen

    Suchergebnisse:: Sortierbar nach Quellen- und Themenrelevanz, Sprache, Kanälen, Datum oder Suchwort.
    Tracking/Alerts: Tracking von Veränderungen/Abweichungen, Alerts sind Extramodul.
    Trends/Meinungsmacher: Umfangreiche Trendanalyse.
    Bedienung: Verwaltbare Zugriffsrechte, flexible Gestaltung der Ansichten, Bedienung wenig intuitiv aber übersichtlich.
    Reporting: Automatischer Report, bei Bedarf anpassbar, Datenexport in Excel oder Pivot.
    Sonderfeatures: Gute Echtzeit-Analyse, selbstdefinierbare KPIs.
    Kosten: $$$
    Ergebnis: BIG bietet komplexes Monitoring und ist mit allen Zusatzmodulen quasi ein Social Media Rundumpaket, aber in Anwendung und Preis anspruchsvoll.

     

    Social Bakers

    (Abgedeckte Kanäle: Facebook, Twitter, YouTube)

    socialbakers

    Suchergebnisse: Sortierbar nach Kanal und Suchwort.
    Tracking/Alerts: Keine Möglichkeiten.
    Trends/Meinungsmacher: Meinungsmacher quantitativ messbar.
    Bedienung: Verwaltbare Zugriffsrechte, Optik und Darstellung wählbar.
    Reporting: Visuell gut aufbereitet, wenig konfigurierbar, als PDF oder Pivot.
    Sonderfeatures: Große Datenbank mit Branchen-Benchmarks, sehr detaillierte Auswertung.
    Kosten: $
    Ergebnis: Social Bakers ist international führend was die Analyse von Facebook betrifft, dadurch aber etwas zu eingeschränkt in der Gesamtsicht.

     

    SocialBench

    (Abgedeckte Kanäle: Facebook, Twitter, YouTube, Google+, Instagram, Google Analytics)

    socialbench

    Suchergebnisse: Nach Kanal, Suchwort oder Relevanz.
    Tracking/Alerts: Automatisierte Reports, Alerts sind Extramodul.
    Trends/Meinungsmacher: Trendanalyse incl. Klout-Anbindung.
    Bedienung: Verwaltbare Zugriffsrechte, Flexibles Dashboard, übersichtlich.
    Reporting: Konfigurierbare Reports mit verschiedenen Intervallen, Export in Excel und API.
    Sonderfeatures: Diverse Extramodule incl. Redaktionsplan.
    Kosten: $
    Ergebnis: SocialBench bietet eine gute Rundum-Abdeckung und bleibt dennoch übersichtlich.

     

    Talkwalker

    (Abgedeckte Kanäle: Twitter, YouTube, Facebook, Google+, Instagram, Pinterest, LinkedIn, Medien)

    Talkwalker

    Suchergebnisse: Nach Kanal, Tag, Sentiment, individuelle Filter.
    Tracking/Alerts: Alerts vielseitig definierbar.
    Trends/Meinungsmacher: Eigene Einfluss-Metrik, Trend-Tagcloud.
    Bedienung: Verwaltbare Zugriffsrechte, Workflow-Tools, individualisierbares Dashboard, komplizierte Bedienung.
    Reporting: Konfigurierbare Reports in verschiedenen Dokumenttypen, digitale Pressespiegel.
    Sonderfeatures: Integration von Radio, TV und Print, gute Alert-Funktion.
    Kosten: $$
    Ergebnis: Talkwalker zur Zeit sicherlich das beste Tool, wenn es darum geht, Social Media Aktivitäten und Erwähnungen zu verfolgen und zu beobachten. Dafür steht dort die statistische Auswertung und das Reporting von KPIs im Hintergrund.

    Fazit

    Unser Vergleich zeigt, dass alle aktuellen Social Media Monitoring Tools einen hohen Anspruch erfüllen. Die wichtigste Eigenschaft ist nicht mehr das Finden von Daten, sondern wie diese genutzt und gefiltert werden können. Ansonsten spielen Bedienkomfort sowie ständige Weiterentwicklung und Anpassung an die Entwicklungen der Kanäle eine genauso wichtige Rolle wie die Inhalte. Letztendlich ist aber die eigene Nutzung das entscheidende Kriterium, die richtige Wahl des Monitoring Tools zu treffen.

    Unser inhaltlicher Schwerpunkt ist die statistische Auswertung der Social Media Aktivitäten für unsere Kunden. SocialBench bietet die entscheidenden Daten der für uns relevanten Kanäle, ohne dabei unnötig kompliziert zu sein. So bekommen wir die relevanten Informationen für unser Reporting und können diese bei Bedarf erweitern und ergänzen. Genauso wichtig sind für uns gemeinsame Entwicklungsmöglichkeiten. SocialBench ist gut erreichbarund beruhigenderweise sind bei Notfällen die Techniker in Hamburg vor Ort. Außerdem arbeiten Sie ständig am Tool und passen es (auch) unseren Bedürfnissen an. Diese Vorteile, und der im Vergleich günstige Preis, haben uns überzeugt, zukünftig mit SocialBench zu arbeiten.

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